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Beruf & Alltag

15 Minuten Massage am Arbeitsplatz: Kleine Pause mit echtem Nutzen?

Kurze Massagen können einen Arbeitstag angenehm unterbrechen. Für Unternehmen zählen eine gute Organisation und realistische Erwartungen.

Mann bei der Arbeit am Schreibtisch
Symbolfoto: Mann bei der Arbeit am Schreibtisch. Foto: cottonbro studio. Pexels License · Verkleinert und als WebP optimiert.

In Brasilien begegnet man häufig dem Begriff „Quick Massage“. Gemeint sind kurze Anwendungen, oft bekleidet und im Sitzen. Das ist für den Arbeitsalltag interessant: Ein Team muss nicht für jeden Termin eine ganze Stunde aus dem Betrieb nehmen.

Die praktische Idee lässt sich gut nachvollziehen. Eine ruhige Unterbrechung, ein klar begrenzter Schwerpunkt und anschließend die Rückkehr zur Arbeit. Daraus folgt aber nicht, dass fünfzehn Minuten Massage jede Form von Arbeitsstress ausgleichen.

Brasilianische Arbeiten der Universidade de São Paulo untersuchten solche Anwendungen, darunter eine Pilotstudie sowie eine randomisierte Untersuchung bei Pflegekräften. Die Ergebnisse geben Hinweise auf Verbesserungen von wahrgenommenem Stress beziehungsweise einzelnen Erholungsmaßen. Kleine Studien und besondere Berufsgruppen begrenzen die Übertragbarkeit. [1], [2]

So würde ich ein Angebot im Unternehmen planen

Zuerst braucht es ein brauchbares Zeitfenster. Wer während der Anwendung weiter angerufen wird oder danach die verpasste Pause nacharbeiten muss, bekommt wenig organisatorische Entlastung. Die Termine sollten freiwillig sein und nicht als Belohnung für besondere Belastbarkeit dienen.

Ein ruhiger, sauberer Raum ist hilfreicher als ein dekorierter Durchgang. Mitarbeitende sollten gesundheitliche Angaben diskret machen können. Vorgesetzte brauchen keine persönlichen Befunde und keine Rückmeldung darüber, wer besonders angespannt gewirkt hat.

Der Schwerpunkt wird vorher vereinbart: zum Beispiel Schultern, oberer Rücken oder Unterarme, soweit die Anwendung geeignet ist. Eine kurze Dauer ist kein Grund, dafür besonders kräftig zu arbeiten. Auch im Betrieb darf jederzeit abgebrochen werden.

Was ein Pilotprojekt sinnvoll zeigen kann

Frage nach einer überschaubaren Erprobung, ob die Organisation funktioniert hat und ob die Teilnehmenden die Anwendung angenehm fanden. Wurde sie freiwillig genutzt? Passte der Zeitpunkt? War anschließend normales Weiterarbeiten möglich? Diese Rückmeldungen sind zunächst aussagekräftiger als ein versprochenes Prozent weniger Krankheitstage.

Die HSE betrachtet Arbeitsstress als Thema von Arbeitsbedingungen und Organisation. [3] Dauernde Unterbesetzung, widersprüchliche Aufgaben und fehlende Pausen werden durch Massage nicht behoben. Ein Unternehmen sollte diese Fragen deshalb parallel bearbeiten.

Für mich ist eine kurze Massage dann ein gutes betriebliches Angebot, wenn sie eine tatsächlich geschützte Pause ermöglicht und niemand zu einer gesundheitlichen Selbstauskunft vor Kollegen drängt. Sie kann Wertschätzung praktisch machen. Ob daraus ein regelmäßiges Angebot wird, entscheidet der nachvollziehbare Nutzen im jeweiligen Betrieb.

Quellen zum Nachlesen

  1. Sato et al. (2019), USP: Quick massagem para redução de níveis de estresse – Pilotstudie (Portugiesisch · Brasilien)
  2. Souza (2019), Universidade de São Paulo: Quick massagem, estresse e qualidade do sono – randomisierte Studie (Portugiesisch · Brasilien)
  3. Health and Safety Executive: Work-related stress (Englisch)

Persönlich mit Uli Gutbrod

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